Ersterscheinung: 24.12.2005, www.oe1.orf.at/highlights/49823.html, OE1 Talentebörse: Kunst
Robert Freund, Malerei
Neue Perspektiven auf vermeintlich Bekanntes
"Ich habe schon als Kind sehr viel gezeichnet und wusste relativ früh, dass ich künstlerisch tätig sein will. Daher kam der Entschluss nach der Unterstufe des Gymnasiums, in die Glasfachschule in Kramsach zu wechseln, wo es den Schwerpunkt Entwurfzeichnen und Design gibt. Natürlich wolten die Eltern, dass ich einen Schulabschluss mit Matura habe. Diese Schule, die ich sehr gerne besucht habe, war für mich die Basis für das Kunststudium, denn dort habe ich das Gefühl für Materialien entwickelt und wurde mit dem Handwerklichen konfrontiert. Sofort auf die Akademie zu gehen, wäre für mich damals zu früh gewesen", erzählt Robert Freund, gebürtiger Tiroler, Jahrgang 1981, der seit 2002 an der Wiener Akademie für bildende Kunst bei Hubert Schmalix gegenständliche Malerei studierte und im Februar 2007 abgeschlossen hat.
Warum sich der junge Maler für diese richtung der Malerei entschieden hat? " Die gegenständliche Malerei ist für mich eine gute Möglichkeit, etwas auszudrücken. Natürlich kommen auch abstrakte Elemente vor, da gibt es Überschneidungen. Aber letztlich war das der für mich einzig gangbare Weg", erklärt Freund.
Mit geistigem Background
Die Auseinanderstzungmit der Kunstgeschichte ist dem jungen Maler sehr wichtig:"Ich gehe oft in die Gemäldegalerie der Akademie und betrachte die Werke. Man muss natürlich darauf achten, nicht etwas nur neu aufzukochen, sondern Neues zu schaffen. Retrospektive, Introspektive, Vorausschau und Konfrontation sind Begriffe, die für mich Bedeutung haben und mir wichtig sind."
Und Robert Freund hält auch sein Unbehagen am heutigen Kunstschaffen fest:" Es wird gleich die Gebrauchsanweisung mitgeliefert. Die versuche ich auszusparen, denn Kunst soll ja über die bloße Mitteilung hinausgehen. Und auch der Rezipient soll etwas zur Bedeutung eines Kunstwerks beitrage - wenn er will."
Offenheit in vielfacher Bedeutung
" Es ist immer ein abgeschlossenes System, das mehrere Bedeutungen hat. Es ist eine Unordnung - daraus kann aber wieder etwas entstehen. Vieles was in den Bildern zu sehen ist, hat auf den ersten Blick nicht immer einen Bezug zueinander. Ich arbeite mit einem Vokabular, das Möglichkeiten eröffnet - und nicht abschließt", so Freund über seine Arbeiten.
" Wichtig ist es, nicht der Versuchung zu unterliegen, den geradesten Weg zu gehen, nicht irgend etwas zu machen. Manchmal bedarf es auch der Umwege, um in einem Werk Bedeutung zu erlangen", lautet Freunds künstlerisches Credo.
Bei "Erzählungen" - Ausstellung in Kunsthaus Graz
"Bei dieser Schau habe ich zwei neue, großformatige Bilder und sechs Tuschezeichnungen gezeigt. Das Kunsthaus Graz fragte im Herbst 2006 bei mir an - und ich habe sofort zugesagt. Ich vermute, das hing mit der REAL - Schau in der Kunsthalle Krems zusammen, für die man mich ausgesucht hatte. Über diese Ausstellung habe ich mich sehr gefreut - zumal auch meine Studienkollegin Caroline Heider, deren Arbeit ich sehr schätze, ebenfalls hier ausstellte", so Robert Freund zur Gruppen- Schau " Erzählungen -35/65+, Zwei Generationen", die bis 14 Jänner 2007 zu sehen war.
Für Georg Eisler Preis 2006 nominiert
Und 2006 war Robert Freund - als einer der jüngsten Künstler - für den renommierten Georg Eisler Preis , der jährlich im Rahmen des BA-CA- Kunstsponsoringsan junge Malerinnen und Maler verliehen wird, nominiert. " Das kam sehr überraschend für mich", freut sich der junge Maler, der zwar den Preis nicht erhielt, über die große Ehre.